Dr. med. Amir Karandish

Facharzt für Augenheilkunde

Tempelhofer Damm 125
3. OG (Fahrstuhl)
12099 Berlin

Telefon: 030 75702353
Fax: 030 75702354
eMail: praxisteam@augenarzt-berlin-tempelhof.de

Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2000

A A A

Retinale Venenverschlüsse

Retinopathie ist der Fachbegriff für Netzhauterkrankungen des Auges. Diese Netzhauterkrankungen werden durch Gefäßerkrankungen, wie retinale Venenverschlüsse oder diabetische Retinopathien hervorgerufen.

Retinale Venenverschlüsse führen zur Unterversorgung der Sehzellen und ihres Stoffwechsels. Das führt zu Versorgungsengpässen, die die Sehkraft gefährden können.

Bei der diabetischen Retinopathie können ebenfalls Venenverschlüsse sowie Veränderungen an den Gefäßwänden auftreten. Diese werden porös und bekommen Löcher, durch die Blut austritt und in den Glaskörper einblutet, was das Sehvermögen ebenfalls stark gefährdet.

Bei zentralen Venenverschlüssen werden zwei Arten unterschieden:

  1. Zentraler Venenverschluss (ZVV): tritt im Ein- und Ausgangsbereich des Sehnervs („blinder Fleck“) auf und führt zur starken Verschlechterung der Sehleistung
  2. Venenastverschluss (VAV): tritt am häufigsten dort auf, wo Venen und Arterien sich kreuzen
Zentralvenenverschluss (ZVV)Venenastverschluss (VAV)Links sehen Sie die Netzhaut eines Patienten mit ZVV und rechts mit VAV.

Risikofaktoren:

Es gibt systemische Risikofaktoren:

  • Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
    • Bluthochdruck
    • Diabetes
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Koronare Herzkrankheit
    • Blutbildveränderungen
  • Sowie lokale Risikofaktoren:
    • Grüner Star (Glaukom)

Venenastverschlüsse treten zwar öfter als Zentralvenenverschlüsse auf, führen aber verglichen damit zu weniger starken Verschlechterungen der Sehleistung.

Des Weiteren entwickelt sich bei vielen Patienten aus dem Venenastverschluss oder dem Zentralvenenverschluss ein Makulaödem. Darunter versteht man Netzhautverdickungen und Flüssigkeitsansammlungen an der Makula. Die Makula ist der Bereich des schärfsten Sehens.

Weltweit leiden rund 13,9 Mio. Menschen an Venenastverschlüssen und 2,5 Mio. Menschen an zentralen Venenverschlüssen, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Während vor dem 50. Lebensjahr überwiegend Männer betroffen sind, sind es ab dem 60. Lebensjahr Männer und Frauen gleichermaßen. Das Risiko, innerhalb von 5 Jahren an beiden Augen zu erkranken, liegt zwischen 5 % und 12 %.

Behandlung:

Das Grundprinzip bei der Behandlung von retinalen Venenverschlüssen ist das Senken der Risiken. Das Sehvermögen kann zwar nicht verbessert werden, doch der Gefahr eines weiteren Venenverschlusses und somit weiterer Verluste der Sehkraft wird vorgebeugt.

Je früher ein retinaler Venenverschluss erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.

Verfahren:

  • Injektionen mit einem VEGF-Hemmer
    Hierbei wird eine Substanz direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Die Behandlung findet unter örtlicher Betäubung statt. Die Injektion ist die bevorzugte Behandlungsmethode.
  • Wirkung der VEGF-Hemmer
    Hinter der Abkürzung VEGF verbirgt sich ein Wachstumsfaktor. Dieser fördert die Gefäßdurchlässigkeit. Damit sich keine unerwünschten Blutgefäße bilden können, enthält der VEGF-Hemmer Antikörper. Sie blockieren den Wachstumsfaktor und wirken gleichzeitig positiv auf Makulaödeme.
  • Laserbehandlungen
    Laserbehandlungen dienen zur Vorbeugung von Komplikationen und Vermeidung von Folgeschäden wie z. B. Neubildung von Blutgefäßen.